AD1099 - Mittelalter Reenactment in OWL


ir versuchen, fiktive oder echte Personen aus der Zeit zwischen 1066 (also der Eroberung Englands durch die Normannen bei Hastings) und 1099 (dem Ende des 1. Kreuzzugs) möglichst detailgetreu wiedergeben. 
Dieses Hobby, eine vergangene Epoche möglichst authentisch wieder aufleben zu lassen und nachzustellen, nennt sich Reenactment (to reenact (engl.): wieder in Kraft setzen; neu inszenieren; wiederholen.

Hier ein Paradebeispiel, die Nachstellung der Schlacht bei Hastings (1066) von 2006 mit Hunderten von Reenactors aus ganz Europa:

Das FFC1066 bei der Battle of Hastings (D)

Battle of Hastings English Heritage Official Event Video Pt1 (GB)

Battle of Hastings - English Heritage Offical Event Video Pt 2 (GB)

 

in oft und viel diskutiertes Thema unter "Gewandeten" ist die "A"-Frage (das A steht für authentisch). 
Da gibt es Marktbesucher, die schon zufrieden damit sind, in einer Tunika von der Stange aus Baumwolle, die irgendwie grob nach Mittelalter aussieht , über Mittelaltermärkte zu schlendern und einfach die Atmosphäre zu genießen (was allerdings so absolut gar nichts mit Reenactment zu tun hat).
Dann gibt es Reenactors, die das Hobby höchstpenibel bis ins letzte Detail betreiben, lange in Ausstellungen und Museen recherchieren, Kleidung und Ausrüstung nur so herstellen und einsetzten, wie es wissenschaftlichen auch belegt werden kann. Es werden ausschließlich Stoffe verwendet, die sich auch für den dargestellten Zeitraum/Ort belegen lassen, die Stoffe werden selbst mit Pflanzen gefärbt und die Kleidungsstücke komplett per Hand genäht. 
Das hält jeder wieder ein Stück weit anders und sollte auch jeder für sich entscheiden. Letztlich ist nicht nur die eigene Motivation ausschlaggebend, sondern oft auch die vorhandene Zeit und nicht zuletzt der Geldbeutel...

 

er bei AD1099 mitmachen möchte, muss jedoch auch bereit sein, auch Mühe (und leider auch Geld) zu investieren. Wenn wir auch nicht penibel bis ins allerletzte Detail sind, versuchen wir dennoch, so authentisch wie möglich zu sein und Gewandungen, Waffen und Gebrauchsgegenstände möglichst genau zur Zeit und zum dargestellten Charakter passend zu kaufen oder herzustellen - sowohl vom Stil als auch von den verwendeten Materialien - nur dann kann man auch bei Aktionen wie der Battle of Hastings mitmachen!

rotz aller Detailtreue und Authentizität soll natürlich erster Stelle jedoch der Spaß an der Sache stehen , als - jedoch möglichst authentische - Truppe Mittelaltermärkte und Reenactment-Treffen unsicher zu machen, und dort als Heerlager auch mal übers Wochenende zu campieren und abends mit der ein oder anderen Flasche Met am Feuer zusammen zu sitzen...

Szene aus dem Teppich von Bayeux

Hierzu suchen wir noch weitere Verstärkung..! :)

ine möglichst authentische Darstellung setzt jedoch entsprechende Recherche über Bücher, das Internet oder andere Leute "Löcher-in-den-Bauch-fragen" voraus, und zudem auch die Bereitschaft, die Kleidung ggf. selbst zu nähen, wenn man nichts adäquates erstehen kann (was höchstwahrscheinlich der Fall sein wird)
So besteht unsere Kleidung besteht ausschließlich aus Schurwolle, Leinen oder Seide. (Baumwolle und Kunstfasern sind tabu, weil nicht zur Region bzw. Zeit passend).
Alle sichtbaren Nähte werden bei uns nach Möglichkeit per Hand genäht, da dies wesentlich "echter" aussieht als eine Maschinennaht (als Kompromiss zur Bequemlichkeit nähen wir alle unsichtbaren Nähte allerdings schon mit der Maschine...) Unsere Stoffe sind auch bisher nicht selbst gefärbt - aber wer dazu Lust hat, kann das natürlich gerne machen, es ist sicherlich eine interessante Sache. 
Auf unserer Linkseite haben wir einige Homepages aufgeführt, die sich prima dafür eignen, sich ein erstes Bild zu Kleidung, Waffen und Ausrüstung zu machen. Hierbei sei insbesondere auf das Kitguide des FFC1066 verwiesen, lasst euch aber nicht davon abschrecken - es ist teilweise meiner Meinung in manchen Bereichen arg penibel (z.B. Brillenverbot). Gaaanz so genau nehmen wir es nicht! ;)

er bei uns dabei sein möchte, muss sich nicht auf auf eine bestimmte Darstellung verpflichtet fühlen - unser Hauptmotto ist der Zeitraum. Da im Jahre 1099 ja auch der erste Kreuzzug zu Ende ging, wäre z.B. auch die Darstellung eines Sarazenen denkbar. Wir schlagen dennoch allen Interessierten einen normannischen oder salischen Charakter vor, damit unsere Truppe homogener wirkt. Was für einen Charakter Ihr aber letztlich darstellen mögt, sei Euch überlassen. Ich (William of Tonsbridge) für meinen Teil habe mich z.B. für einen Adeligen entscheiden, weil ich schon als Kind Ritter und Burgen klasse fand. Aber ein Ritter zu sein - das kann ich Euch im nachhinein versichern - ist auch zugegebenermaßen recht kostspielig ist (allein ein Kettenhemd kostet auch heutzutage noch 100-400€, ebenso teuer ist ein Schwert). Also: Es kann gerne, muss aber nicht zwingend eine Adelsdarstellung sein. Im Mittelalter gehörten ohnehin nur 10% aller Leute zur oberen Schicht, die aus Adel und Klerus bestand. Die restlichen 90% der Bevölkerung waren Bauern, Händler und Handwerker! Und auch die Darstellung eines Mönches, eines Spielmannes oder Gauklers, eines Bauern oder eines Tischlers kann, wie ich jetzt schon oft gesehen habe, auch sehr interessant sein! :)