Wer sind wir?


ir stellen Personen aus der Burg und Siedlung "Tonbridge" im gerade erst durch die Normannen eroberten England des Jahres 1099 dar. Kleidung und Ausrüstung der Charaktere sind möglichst detailgetreu Personen gleichen Ranges oder Standes nachempfunden, so gut es Quellen oder Fundlagen aus dieser Zeit zulassen. 


Ort und Burg "Tonbrige"

as bereits 1087 im Domesday Book erwähnte Tonbridge im Süden Endlands liegt etwas südlich von London und ist durch eine Burg - Tonbrige Castle - befestigt, die zu normannischer Zeit errichtet wurde. Wie man auf der Rekonstruktionszeichnung von Tonbridge Castle sehen kann, wurden Burgen zu dieser Zeit selten gleich aus Stein errichtet, sondern zumeist aus den viel günstigeren Baustoffen Holz und Erde, im damals typischen Stil einer Turmhügelburg, der sog. "Motte". ...nur wenige Adelige waren eben "steinreich"! 

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Personen

 

Gilbert fitz Richard de Clare, Lord of Tonbridge, Lord of Clare

ilbert de Clare wurde 1066 als zweiter Sohn von Richard Fitz Gilbert of Clare and Rohese Giffard geboren. Er erbte die englischen Besitzungen seines Vaters im Jahre 1088, als dieser sich in ein Kloster zurückzog. Sein Bruder, Roger Fitz Richard, bekam hingegen einen Teil der Ländereien in der Normandie zugesprochen. 

ie Väter von Gilbert fitz Richard de Clare und Roger de Vere gehörten zu den ersten Baronen von England. Roger de Clare erbte den Titel nicht, sondern sein Bruder, somit gehört er also „nur“ zum Kriegsadel als Miles, während Gilbert fitz Richard de Clare "of Tonsbridge" (und später auch "of Cardigan") Erbe des Titels, also einer Barone ist, und somit dem Hochadel angehört. Anzumerken ist, dass die de Clares zu den mächtigsten Familien Englands gehörten. Im Jahre 1088 kam es zu einem Konflikt mit dem König von England, dem Sohn von William dem Erboberer - William Rufus - bei dem die Burg Tonbridge weitestgehend von Rufus zerstört wurde und sowohl Gilbert als auch sein Bruder Roger gefangen genommen wurden.

ilbert ist ein Miles, ein Ritter von Adel. Er ist dem König, seinem Lehnsherrn, gegen (Kriegs-) Dienst, Ehrschatz und Treue verpflichtet und hat dafür im Gegenzug das Land (Lehen) um Tonsbridge samt der darauf lebenden Bevölkerung, erhalten. Einen Teil seines Geldes muss er zwar in seine Rüstung und Waffen investieren (allein sein Kettenhemd hat den Wert von mehreren Höfen), aber dennoch bleibt genug, um die Ansprüche seiner Edeldame zu befriedigen, die Burgbesatzung zu unterhalten, Kornvorräte für seine Bevölkerung anzulegen und Tonsbridge Castle von einer reinen Holzburg Schritt für Schritt in eine Steinburg auszubauen...

Gilbert militärisch Gilbert zivil Die "de Clares"

 

 


 

Alice de Clare "of Tonbridge"

m Jahre 1092 wurde Gilbert fitz Richard de Clare`s Tochter Alice Adeliza geboren, die kurz nach ihrer Geburt mit Aubrey II. de Vere, dem älteren Bruder von Roger de Vere, verlobt wurde. Die beiden werden später einmal heirateten, und bekommen neun Kinder, von denen immerhin 5 recht erfolgreich wurden:

Aubrey de Vere, 1. Earl(Graf) of Oxford

Rohese de Vere, Countess (Gräfin) of Essex

Juliana, Countess (Gräfin) of Norfolk

William de Vere, Bishoff von Hereford

Gilbert, Prior des Johanniter Ordens in England

 

 

 

 

 

 


 

Roger de Vere of Hedingham

oger de Vere ist der Sohn von Aubrey de Vere, Lord of Hedingham und seiner Frau Beatrice de Vere. Er wurde Anno Domini 1063 geboren. Sein Vater folgte seinem Herzog und späteren König nach England, um seinen Herrn sein gottgegebenes Recht zu erstreiten. Belohnt wurde er mit Land. 

a Aubrey de Vere der Chamberlain des Reiches wurde und auch langsam sich das Alter bei ihm bemerkbar machte, übernahm sein ältester Sohn Aubrey immer mehr Pflichten der Verwaltung über die Familienbesitzungen in England, wie auch in der Normandie. Als Rogers älterer Bruder Aubrey vom König zum Sheriff von London und Middlesex berufen wurde, war es an Roger, diese von ihm manchmal ungeliebte Verwaltungsaufgaben zu übernehmen.

oger de Vere ist ein adeliger Miles. Er erlernte das Kriegshandwerk in Tonbridge im Hause de Clare bei Gilberts Vater und so wurde Tonbridge in den vielen Jahren der harten Ausbildung sein zweites zu Hause. Roger und Gilbert sind in Freundschaft miteinander verbunden, wie auch schon die Väter der beiden, die Seite an Seite zusammen mit Herzog William in der Schlacht von Hastings gekämpft haben.

oger züchtet Schlachtrösser, die weit über die Grenzen von Hedingham sehr bekannt und beliebt sind und ihn zusammen mit der Verwaltung des Familienbesitzes recht vermögend machen. So folgt auch er gerüstet und gewappnet seinem König oder seinen Lehnsherren, wenn der Ruf zu den Waffen erklingt, in den Kampf.

 

Die "de Veres"

 


Hengist, der Steward

engist wurde im Jahre AD 1072 auf dem Land Tonbridge geboren. Wie zuvor schon sein Vater übernahm er nach dessen Tod die Aufgabe des Steward of Tonbridge, was das hohe Vertrauen seines Herrn Gilbert fitz Richard de Clare, Lord of Tonbridge in ihm bewies.

tewards waren die Hausverwalter der Lords, das Bindeglied zwischen den Bauern, dem Hofgesinde und dem Lord. Er musste lesen und schreiben können und dem Lord bzw. seiner Frau Listen über Ernten und Pachten vorweisen, sowie das Geld dafür einbringen - und Rede und Antwort für Versäumnisse abgeben. Der Lord bzw. seine Frau entschieden dann schlussendlich was mit dem Säumigen passieren solle.

n manchen Baronien hatte der Steward die Vertretung der kleinen Gerichtsbarkeit unter sich. Vergehen wie Streitereien unter Nachbarn (bei Bauern), über Weidegrenzen oder kleineren Betrügereien unterlag der kleinen Gerichtsbarkeit. Ging es aber um größere Vergehen wie Diebstahl, schwerem Raub oder gar Mord, musste der Lord als oberster Inhaber des Rechts in seinem Land dieses vertreten. Der Steward durfte keine Strafen aussprechen, die der Person Schaden zufügt, welche die Arbeitsleistung für längere Zeit mindert oder beendet. Schandstrafen oder Naturalstrafen durften ausgesprochen werden. Hengist's  Vorfahren waren Huscaerls (Berufskrieger, Haustruppen) des damaligen Thane, welche das Land vor der Eroberung der Normannen besaßen. Der Umgang mit dem Ger, dem Schwert aber auch - und das war ihre Spezialität - der Umgang mit der Langaxt, wurde auch nach der Eroberung der Normannen innerhalb seiner Familie weiter gegeben. Hengist ist ein hervorragender Axtkämpfer, und hat den ein oder anderen großmäuligen normannischen Spross im Werdegang zum Miles den Helm verbeult, und ihm klargemacht, dass das normannische Breitschwert nicht unbesiegbar ist. 

r wird in Tonbridge von jedermann hoch geachtet - ob adelig oder nicht - und viele Freunde von Gilbert de Clare haben ihn schon aufgefordert, Hengist in den Stand eines Miles zu erheben. Gilbert fitz Richard de Clare meint darauf immer augenzwinkernd, dass er dann ja den besten Steward verlieren würde, den es in England gäbe, und Hengist der erste Miles wäre, der seine Feinde mit einer angelsächsischen Langaxt vom Pferd prügeln würde.

 


Jacquelyn, Schwester des Schmieds

acquelyn ist die jüngere Schwester von Schmied Yvar. Wie er ist sie noch unverheiratet, daher trägt sie auch kein Kopftuch, sondern die Haare offen. Sie lebt sie mit ihrem Bruder zusammen und kümmert sich um den gemeinsamen Haushalt, während ihr Bruder das Geld verdient. 

urch ihre charmante, aber gleichzeitig freche Art ist sie in ganz Tonbridge beliebt, und kaum einer ahnt, das sie ab und an - um vom Geld ihres Bruders unabhängig zu sein und irgendwann einmal einen eigenen Wollhandel aufzumachen - auch eine pfiffige Beutelschneiderin ist (natürlich nur bei denen, die es verleiden können). Ihr bisheriges Meisterstück war es , Herr Roger de Vere of Hedinghams Beutel verschwinden zu lassen, als er ihr im Klostergarten aufhalf. Als auffiel, dass sein Geldbeutel fehlte, hätte niemals jemand geahnt, dass sie es war, die den edlen Herren um eine Menge an Silberpennys erleichtert hat, für die ihr Bruder mehrere Monate arbeiten müsste...

 

 

 

 

 

 

 


 

Ælfric the Archer, Bogenschütze

ie Familie von Ælfric wohnt seit Generationen in der Gegend um Tonbridge und hat schon so einige gute Bogner hervorgebracht. Ælfric wurde kurz vor der normannischen Eroberung geboren, und hat den Bau von Tonbridge Castle als Kind miterlebt. 

u n gehört er selbst zur Burgbesatzung und ist einer von Sir Williams Männern. Die Burg ist nicht zu jeder Zeit voll besetzt, daher besitzt er zusammen mit Jehanne einen kleinen, bescheidenen Hof in der Nähe der Burg, den die beiden bewirtschaften. In unruhigen Zeiten verteidigt er hingegen mit seinem Bogen Tonbridge Castle oder zieht als einer der Mannen von Sir William of Tonbridge in den bewaffneten Konflikt, wenn der König - William II. Rufus - es verlangt. 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Jehanne, Köchin

ehanne ist in der Normandie geboren und war auf der Burg von Lady Adeliza Familie als Köchin angestellt. Sie kennt Lady Adeline schon, seit diese sich als kleines Kind in der Küche Leckereien stibitzt hat. Als Lady Adeliza nach England aufbrach, um Sir William zu ehelichen und somit die Herrin von Tonbridge zu werden, kam sie in deren Tross mit über den Ärmelkanal.

uf Tonbridge Castle lernte sie dann Ælefric kennen und lieben. Ihr erstes Kind, Tom, ließ nicht lange auf sich warten...

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Jolanthe, Zofe

olanthe ist Zofe von Lady Adeliza. Als Zofe ist sie jedoch keineswegs eine Bedienstete auf Tonbridge Castle. Vielmehr ist sie selbst adeligen Blutes und wurde von Ihrem Elternhaus nach Tonbridge geschickt, um fernab der Eltern von der befreundeten Lady Adeliza den "Feinschliff" als Edeldame zu bekommen. Sie wird von ihr zum einen in die geltenden Umgangsformen eingeweiht, unterliegt zum anderen aber einer strengen Aufsicht durch ihre Herrin, um sie vor Unüberlegtheiten und Regelbrüchen zu bewahren.

u Ihren Aufgaben während der "Ausbildung" gehört sowohl, Ihrer Herrin beim Ankleiden zu helfen oder sie beim Auswählen und Anlegen von Schmuck und Kleidern zu beraten, als auch das Auftragen der Speisen, die Bedienung beim Essen oder das Planen und Organisieren von Festlichkeiten - hierzu ist ihr sogar das Verhandeln mit Händlern und Kaufleuten in begrenztem Rahmen gestattet. Zudem ist sie Lady Adelizas Gesellschafterin bei Ausritten und auf der Jagd und Begleitung bei Festlichkeiten und auf Reisen.

uf diese Weise lernt sie als junge adlige Frau die Haushaltsführung und das Wirtschaften.